Predigt-Blog

Hier schreibt unser Pastor Martin Pusch …

1. Korinther 15,19–28 – Die Auferstehung – Grundlage des Evangeliums

Bibeltext (BasisBibel)

19 Wenn wir nur für dieses Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen. 20 Nun ist Christus aber vom Tod auferweckt worden, und zwar als Erster der Verstorbenen. 21 Denn durch einen Menschen kam der Tod in die Welt. So bringt auch ein Mensch die Auferstehung der Toten. 22 Weil wir mit Adam verbunden sind, müssen wir alle sterben. Weil wir aber mit Christus verbunden sind, werden wir alle lebendig gemacht. 23 Das geschieht für jeden nach dem Platz, den Gott für ihn bestimmt hat: Als Erster wird Christus auferweckt. Danach, wenn er wiederkommt, folgen alle, die zu ihm gehören. 24 Dann kommt das Ende: Christus übergibt Gott, dem Vater, seine Herrschaft. Zuvor wird jede andere Herrschaft, jede Gewalt und jede Macht vernichtet. 25 Denn Christus muss so lange herrschen, bis Gott ihm alle seine Feinde zu Füßen gelegt hat. 26 Der letzte Feind, den er vernichten wird, ist der Tod. 27 Denn alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt. Das bedeutet: Alles ist ihm unterworfen. Eines ist jedoch offenkundig: Davon ist der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat – Gott. 28 Sobald ihm nun alles unterworfen ist, wird auch der Sohn selbst sich unterwerfen: Er wird sich Gott unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat. Das geschieht, damit Gott alles umfasst und in allem gegenwärtig ist.

Predigt

Kann man umsonst an das Evangelium glauben? Also, vergeblich an das Evangelium glauben? In seinem ersten Brief an die Korinther behauptet Paulus das. Und er begründet seine Behauptung. Hierzu skizziert er zunächst, was er unter dem Begriff „Evangelium“ versteht.

Das Evangelium ist eine Nachricht. Es ist eine gute Nachricht. Und weil es die beste gute Nachricht ist, die es überhaupt geben kann, redet Paulus nicht von einem Evangelium, sondern von dem Evangelium. Eine Nachricht ist letztendlich eine Information, und so ist auch das Evangelium eine Information. Diese Information fasst Paulus kurz zusammen – sie steht kurz vor dem Textabschnitt, den wir für heute gelesen haben:

3 … Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht. 4 Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift steht. 5 Er hat sich Kephas gezeigt, danach auch den Zwölf. (1. Korinther 15,3b–5)

Die Aufzählung, wer Christus alles gesehen hat, geht dann noch weiter – aber wir stoppen mal hier.

Paulus zählt in vier Schritten auf, was passiert ist: Christus ist gestorben, er wurde begraben, er wurde auferweckt und er wurde gesehen. Der erste Schritt hat eine Begründung: Für unsere Sünden ist Christus gestorben. Dann gibt Paulus noch den Hinweis, dass der Tod von Jesus Christus bereits in der Schrift, im Alten Testament, vorgezeichnet war, genauso wie seine Auferstehung. Und es gibt eine ganze Reihe von Zeugen, die Christus nach seiner Auferstehung auch gesehen haben.

Das alles zusammen ist das Evangelium. Dieses Evangelium hatte Paulus in Korinth gepredigt. Später, als er schon längst weitergezogen war, bekam Paulus Neuigkeiten aus Korinth. Und so hörte er, dass es in der dortigen Gemeinde Menschen gab, die sagten, es gäbe keine Auferstehung. Nachlesen können wir dies in den Versen vor unserem Text (1. Korinther 15,12). Wenn es keine Auferstehung geben sollte, antwortete Paulus, dann wäre ja auch Jesus Christus nicht auferstanden. Aber die Auferstehung von Jesus Christus ist Teil des Evangeliums. Also wäre das Evangelium dann ja falsch. Wenn das Evangelium aber falsch wäre, dann gäbe es auch keine Vergebung der Sünden, und damit auch keine Rettung für uns Menschen.

Nun ist es aber so, dass Christus von den Toten auferstanden ist. Natürlich wird es immer Skeptiker geben, die das nicht glauben wollen. Aber es gibt kein Ereignis in der Geschichte, welches vergleichbar lang zurück liegt, und so gut bezeugt ist, wie die Auferstehung Jesu. Paulus zählt im Korintherbrief auf, wer Jesus nach der Auferstehung alles gesehen hat. Zu der Zeit lebten viele dieser Menschen noch, und man konnte sie fragen.

Paulus kommt aber noch zu einer anderen Begründung, warum die Auferstehung von Jesus Christus fest in Gottes Heilshandeln integriert ist. Am Anfang, direkt nachdem Gott die Welt und auch die Menschen geschaffen hatte, da lebten die Menschen mit Gott im Einklang. Adam und Eva, die ersten beiden Menschen, vertrauten Gott. Sie waren gewillt, Gottes Regeln zu achten. Gott ließ ihnen große Freiheit – es gab aber einen einzelnen Baum, und die Frucht dieses Baumes sollten Adam und Eva nicht essen. Gott hatte ihnen erklärt, dass das Übertreten dieses Gebots ihnen den Tod bringen würde. Dann tauchte die Schlange auf und schlug Eva und Adam vor, trotzdem von der verbotenen Frucht zu essen. Adam und Eva sahen sich die Frucht an, und beurteilte sie nach einem eigenen Kriterium: Die Frucht sah lecker aus. Also aßen sie von dem verbotenen Baum. Damit stellten sich die Menschen bewusst gegen Gott. Sie vertrauten Gott nicht mehr und waren Gott nicht mehr gehorsam. Adam und Eva hatten nach einem eigenen Maßstab entschieden. Sie misstrauten Gott. Misstrauen schafft Trennung, und diese Trennung von Gott betrifft seither die ganze Menschheit.

Deshalb schreibt Paulus: Durch einen Menschen ist der Tod gekommen, nämlich durch Adam. Dadurch, dass Adam sich über Gottes Verbot hinweggesetzt hatte, ist der Tod in die Welt gekommen. Alle Menschen sind nun vom Tod betroffen und von Gott getrennt.

In diese Situation hinein geschieht etwas Sensationelles: Jesus Christus ist der erste Mensch, der nicht im Tod geblieben ist, sondern auferstanden ist. Damit ist Christus der Wegbereiter der Auferstehung. Es gibt nun einen Weg aus dem Tod in das Leben.

Also: Adams Sünde hat der Menschheit den Tod gebracht, während der Gehorsam von Jesus Christus der Menschheit das Leben bringt.

Nun wollten die Menschen in Korinth gerne wissen, wie die Auferstehung vor sich gehen wird. Denn sie hatten Angehörige, die schon verstorben waren. Und auch für sich selbst möchte man doch gerne wissen, wie das funktioniert mit der Auferstehung. Deshalb geht Paulus noch mehr auf den Hintergrund der Auferstehung ein.

Der Tod hat damit zu tun, dass Menschen ihr Leben nach eigenen Kriterien gestalten. Sie wollten Gott nicht länger gehorchen. Mit der Auferstehung ist nun die Macht des Todes überwunden, aber das gilt nur für Menschen, die auch bereit sind, ihr Leben nach Gottes Werten zu leben. Denn die Auferstehung ist Teil von Gottes Plan, seine Herrschaft aufzurichten. Dadurch ergibt sich eine Reihenfolge:

Zuerst ist Jesus Christus auferstanden, und hat damit den Weg zu neuem Leben frei gemacht. Danach werden all diejenigen auferstehen, die zu Christus gehören, die also an Jesus Christus glauben. Dann wird Christus alles vernichten, was sich seiner Herrschaft entgegen stellt. Und, schreibt Paulus, „der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.“ Wenn Christus sich damit alles unterworfen hat, wird er sich selbst Gott unterstellen. Damit steht am Ende alles unter Gottes Herrschaft.

Wir sehen also: Das Evangelium ist ganz fest verbunden mit der Tatsache der Auferstehung, mit dem neuem Leben. Und die Auferstehung ist fest verbunden damit, nach Gottes Maßstäben zu leben. Denn Gott ist von Anfang an der Schöpfer, er ist der, der Leben schenkt. In Gottes Reich herrscht der Wille Gottes. Deshalb hat der Tod dort keinen Platz. Der Tod ist das Markenzeichen von Gottes Feind. Man hat den Tod auch als den großen Gleichmacher bezeichnet. Gott hingegen kennen wir als den Schöpfer, der die Welt geschaffen hat, mit einer Vielfalt an Leben in allen Formen und Farben. Dadurch, dass die Sünde in Gottes Schöpfung eingedrungen ist, hat sich auch der Tod breitgemacht. Die Auferstehung Jesu Christi ist der erste Schritt Gottes, sein Reich aufzurichten. Damit schafft Gott eine Gemeinschaft, in welcher der Tod nicht mehr das letzte Wort hat.

Heute, zu Ostern, erinnern wir uns daran, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Das feiern wir. Wir freuen uns, dass unser Herr lebt. Und wir freuen uns, dass Christus damit als Erster einen neuen Weg beschritten hat, auf dem ihm viele folgen werden. Ich habe mich dafür entschieden, diesen Weg zu gehen. Ich möchte mein Leben nach Gottes Maßstäben leben. Und ich bete, dass sich noch viele für das Leben mit Jesus entscheiden.

Aber es geht bei der Auferstehung nicht in erster Linie darum, dass wir jeder für sich einen leuchtenden Ausblick auf die Zukunft haben. Gott ist nicht auf uns angewiesen (Lukas 19,40). Wir leben, weil Gott uns in seinen Plan mit hineinnimmt. Gott richtet sein Reich auf. In Gottes Reich wird alles so sein, wie Gott es haben möchte: Alles wird lebendig sein und leben können. Gott wird alles ausfüllen. Da ist dann kein Platz mehr für den Tod. Denn Gott wird hier herrschen, und nicht der Tod. Es geht also bei der Auferstehung um Gottes Herrschaft. Wir passen da mit hinein, wenn wir unser Leben an Gottes Werten orientieren. Unser Leben in der Auferstehung fängt also schon jetzt an, und nicht erst irgendwann nach unserem Tod..

Weil die Auferstehung untrennbar mit Gottes Herrschaft verbunden ist, sind wir eingeladen, schon jetzt unser Leben unter Gottes Herrschaft zu stellen. Das ist Teil des Evangeliums, der Guten Nachricht: Es hat mit uns zu tun. Mit jedem von uns persönlich. Als Paulus aufzählt, was das Evangelium ausmacht, ist es gleich der erste Punkt: Christus ist gestorben für unsere Sünden. Unsere Sünde liegt darin, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen. Unsere Sünde ist, dass wir Gott, unseren Schöpfer, dabei nicht achten. Indem wir uns von Gott abwenden, bekommt der Tod Macht über uns. Doch indem wir uns Christus zuwenden, Gottes Sohn, bekommt das Leben Macht über uns. Wir sind wieder mit Gott verbunden, und fangen an, Gott neu kennenzulernen. Wir werden Teil dieser großen Bewegung, in der alles, was sich Gott unterwirft, auch in Gottes Reich leben wird. Am Ende wird Gott alles in allem sein (V. 28).

Deshalb ist das Osterfest auch eine gute Gelegenheit, sich Gott zuzuwenden, und Gott zu sagen: Ich möchte mit dabei sein, wenn Du Dein Reich aufbaust. Ich möchte dann nicht im Tod bleiben, sondern zu neuem Leben auferstehen. Und ich möchte auch jetzt schon mein Leben so leben, dass es Teil Deines Reiches ist. Danke für die Vergebung meiner Sünden, und der Möglichkeit, mit Dir, Gott, neu anzufangen.


Martin Pusch – Predigt gehalten am 5. April 2026.