Predigt-Blog

Hier schreibt unser Pastor Martin Pusch …

2. Korinther 5,19–21 – Im Auftrag Gottes leben

Einleitung

Jesus ist am Kreuz gestorben. Daran denken wir heute, an Karfreitag. Wir sagen dabei: Jesus ist für uns gestorben.

Wir leben unser Leben für uns. Wir lernen von Anfang an, alles danach zu beurteilen, ob es uns selbst passt. Wenn möglich, machen wir, wozu wir gerade Lust haben. Wir machen auch Dinge, von denen wir einsehen, dass sie nötig sind. Oder wir machen, wozu wir gezwungen sind.

Unser Schöpfer hat aber etwas anderes mit uns vor. Gott möchte, dass wir ihn als Herrn und Auftraggeber anerkennen. Denn dann kann Gott uns beauftragen. Dann kann Gott durch uns diese Welt verändern. Eigentlich besteht dieser Auftrag Gottes schon von Beginn an. Aber bis zu Jesus Christus hatte sich niemand gefunden, der Gott wirklich zu einhundert Prozent als Herrn anerkannt hat. Bis dahin haben selbst vorbildlich lebende Menschen immer auch noch eigene Ziele verfolgt. Das sehen wir in zahlreichen biblischen Geschichten.

Doch dann kam Jesus Christus in diese Welt. Jesus hat sein Leben zu einhundert Prozent in den Dienst Gottes gestellt. Jesus hat keinerlei eigene Ziele verfolgt. Deshalb konnte Gott durch Jesus Christus diese Welt verändern. In Jesus Christus war Gott selbst am Werk. Das erklärt uns Paulus im folgenden Text aus dem 2. Korintherbrief:

Bibeltext (BasisBibel)

19 Ja, in Christus war Gott selbst am Werk, um die Welt mit sich zu versöhnen. Er hat den Menschen ihre Verfehlungen nicht angerechnet. Und uns hat er sein Wort anvertraut, das Versöhnung schenkt. 20 Wir treten also im Auftrag von Christus auf. Ja, Gott selbst lädt die Menschen durch uns ein. So bitten wir im Auftrag von Christus: Lasst euch mit Gott versöhnen! 21 Obwohl Christus ohne jede Sünde war, hat Gott ihm unsere Sünde aufgeladen. Denn durch die Verbindung mit Christus sollen wir an Gottes Gerechtigkeit teilhaben.

Andacht

Es ist vielfach versucht worden, genau zu erklären, was durch Jesus Christus passiert ist. Für das, was Gott durch Jesus Christus getan hat, gibt es Vorbilder im Alten Testament. Wir erleben dort den Gedanken der Stellvertretung. Statt dass Abraham seinen Sohn Isaak opfert, opfert er am Ende einen Widder, der sich in der Nähe im Gestrüpp verfangen hatte. Josef wird von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft, und bekommt dort die Möglichkeit, seine ganze Familie vor der Hungersnot zu retten. Und kurz vor dem Auszug aus Ägypten schützt das Blut an den Türpfosten die erstgeborenen Söhne Israels. In jeder Familie stirbt ein Lamm stellvertretend für den ersten Sohn.

Der Höhepunkt der Stellvertretung wird an Karfreitag erreicht. Gott selbst will die ganze Welt mit sich versöhnen. Jesus hat sein ganzes Leben in den Dienst Gottes gestellt. Unsere Sünde wird Jesus aufgeladen. Für uns stirbt Jesus am Kreuz.

Dabei sind viele Dinge wichtig. So ist Jesus nicht als Kind gestorben, als König Herodes Jagd auf ihn machte. Jesus ist als Mann in den besten Jahren gestorben. Jesus hatte einen guten Ruf. Jesus hat vielen Menschen geholfen. Jesus hatte viele Anhänger. Viele Menschen erkannten, dass Jesus der mensch-gewordene Gott war. Trotzdem hatte Jesus Gegner. Diese Gegner organisierten am Ende Jesu Verhaftung und seinen Tod.

Die Gegner Jesu wussten, dass niemand ohne Gott tun kann, was Jesus tat. Die Gegner wussten also, dass Gott mit Jesus Christus war. Statt anzuerkennen, dass Gott mit Jesus war, sagten sich die Gegner von Gott los. Sie hätten keinen König außer dem Kaiser, sagten sie. So forderten sie den Tod von Jesus.

Das führt uns zu dem anderen Gedanken, der im Zusammenhang mit Jesus wichtig ist: Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt. Jesus versuchte nicht, ein bestimmtes Gebiet zu beherrschen. Jesus wirbt dafür, dass sich Menschen der Herrschaft Gottes unterstellten. Es geht darum, dass wir die zentralen Werte für unser Leben von Gott übernehmen, und unser Leben nicht nach eigenen Maßstäben bestimmen. So, wie Jesus sein ganzes Leben in den Dienst Gottes gestellt hat, dürfen auch wir unser Leben in Gottes Dienst stellen.

Gott ermöglicht uns durch Jesus Christus einen Neuanfang. Das, was vorher war, zählt nicht mehr. Wir gehen praktisch mit Jesus Christus in den Tod, und stehen zu einem neuen Leben auf. Dieses Leben ist nicht einfach nur neu, sondern es ist ein Geschenk Gottes. Wir sind nun mit Gott verbunden, und leben nach Gottes Werten. Jesus Christus gibt uns seinen Geist. Wir lernen von Jesus. So, wie Jesus können wir daher unser ganzes Leben in den Dienst Gottes stellen. Wir sind mit Gott verbunden.

An Karfreitag ist also mehr passiert, als nur unsere persönliche Erlösung. Wenn wir zu Jesus Christus gehören, dann haben wir einen Auftrag: Wir laden Menschen dazu ein, sich mit Gott versöhnen zu lassen. Gottes Ziel ist es, die Welt mit sich zu versöhnen. Wir stellen unser Leben in diesen Dienst Gottes. Wo immer wir unterwegs sind, haben wir diesen Auftrag. Am Ende ist Gott nicht nur in Christus am Werk, sondern auch durch uns. Wir werden Teil von Gottes Guter Nachricht an die Menschen.


Martin Pusch – Andacht gehalten am 3. April 2026.